3.2 Bildung, Einkommen und Religion

Vierzig Prozent der befragten LSBTTIQ* in Brandenburg verfügen über einen Hochschulabschluss, ein Viertel (25 Prozent) geben Fachhochschulreife beziehungsweise Abitur als höchsten Abschluss an. Etwa jede*r Fünfte verfügt über eine Berufsausbildung und zwölf Prozent haben die Mittlere Reife. In der Gruppe der über 26-Jährigen verfügt sogar mehr als die Hälfte (51 Prozent) über einen Hochschulabschluss. 14 Prozent der befragten Personen absolvieren zum Zeitpunkt der Befragung ein Hochschulstudium. Im Vergleich zur Bevölkerung verfügen die Teilnehmer*innen der Befragung also über eine überproportional hohe Ausbildung.

Ebenfalls erhoben wurde das Einkommen der Befragten. Die Gruppe mit dem durchschnittlich höchsten Einkommen bildet die Gruppe der schwulen Männer. Etwa jede*r Zweite (49 Prozent) verfügt hier über ein Nettomonatseinkommen von über 2.000€. Eine gender pay gap18 zwischen männlichen und weiblichen Berufstätigen in der gesamtdeutschen Bevölkerung bestätigt sich auch unter den LSBTTIQ* in Brandenburg. Mit 62 Prozent beziehungsweise 69 Prozent findet sich die Mehrheit der Trans* und bisexuellen Personen in der unteren Einkommensgruppe. Aus anderen Studien wissen wir, dass Trans* am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsmarkt generell schlechter gestellt sind als Cis-Personen, was zu einem entsprechend niedrigeren Einkommen beiträgt19

Die Verteilung der befragten LSBTTIQ* in Bezug auf einen Migrationshintergrund ist beinahe identisch mit dem der brandenburgischen Gesamtbevölkerung: Sechs Prozent der Befragten geben an, einen Migrationshintergrund zu besitzen – fünf Prozent sind es unter allen Brandenburg*innen.20 Mit 13 Prozent liegt dieser Wert in der jüngsten Altersgruppe (16-25 Jahre) am höchsten und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Mit neun Prozent ist der Anteil der Befragten mit Migrationshintergrund unter den schwulen Teilnehmern am größten.

Nach der Religionszugehörigkeit befragt geben drei Viertel der Teilnehmenden (74 Prozent gegenüber 69 Prozent in der brandenburgischen Gesamtbevölkerung) an, konfessionslos zu sein. 20 Prozent nennen evangelisch als Religion, fünf Prozent katholisch. Damit weicht die Gruppe der befragten LSBTTIQ* insbesondere unter den Katholiken von der Gesamtbevölkerung ab, wo dieser mit zehn Prozent doppelt so hoch liegt. In Baden-Württemberg ist der Anteil der Befragten, die angaben, keiner Konfession anzugehören, mit 45 Prozent deutlich geringer.21 In Rheinland-Pfalz wurde die Religionszugehörigkeit nicht abgefragt.

 


18 Damit wird die Differenz zwischen dem Einkommen von Menschen unterschiedlichen Geschlechts bezeichnet.
19 Vgl. Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2017): "Out im Office?!" Erste Ergebnisse zur Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans*-Beschäftigter in Deutschland. S. 13. URL: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Umfragen/20170719_Umfrageergebnisse_Out_im_Office.pdf?__blob=publicationFile&v=2.
20 Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (2016): Bericht „Daten, Fakten und Entwicklung zu Migration und Integration“. URL: http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.447541.de.
21 Vgl. Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg, S. 16.

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